Paragliding in Santos
4:30 Uhr, der Wecker klingelte. In dieser Sekunde bereute ich es, den billigen, ersten Bus nach Santos gebucht zu haben. Aber jetzt war es zu spaet. Ich begann meinen Ausflug nach Santos. Gluecklicherweise sind die Busse in Brasilien ihr Geld mehr als Wert und ich konnte noch eine Stunde weiterschlafen.
In Santos angekommen traf ich mich mit Fabio. Ich hatte im Vorfeld Leute auf Instagram gesucht, die Paragleiten, und Sie angeschrieben. Dabei bin ich auf Helten gestossen, der wiederum Fabio kannte. Fabio sprach Englisch und erklaerte mir den Landeplatz, die Unterschiede beim Fliegen auf Mehreshoehe und lieh mir sogar ein Funkgeraet. Ich war mehr als dankbar, schliesslich kannten wir uns gar nicht, aber Brasilianer sind fuer Ihre Gastfreundschaft zu Recht bekannt.
Auf die Frage, wo ich zum Startplaty hochgehen konnte, warnte er mich, dass der Weg durch ein Favela fuehrte. Wenn mir also was an meinem Paragleiter liegt, sei es besser, ein Uber zu nehmen. So buchte ich ein Uber und war wenig spaeter am Startplatz. Mit meinen Fetzen Portugiesich schaffte ich es, den Verantwortlichen auszudeutschen, dass ich fliegen wollte. Ich hatte mich bereit im Vorfeld informiert, was alles notwendig war, um Zugelassen zu werden, und zeigte Ihnen meinen Schein. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie das Dokument nicht entschluesseln konnten, war es doch in Deutsch und Englisch gehalten, aber Sie liessen mich ohne Probleme an den Startplatz.
Die Rampe in Brasillien ist anders, als ich es von meinen steilen Startplaetzen gewohn bin. Ein Flacher Platyz, dann vielleicht 3 bis 5 Meter bergab und anschliessend Baeume und ein Abgrund. Starten ist also nur mit Wind moeglich. Man zieht den Schirm auf, bis er schoen úber einem steht, und gibt dann Vollgas um gleich abzuheben. Sonst landet man in den Baemen. Meine ersten Starts waren sicher nicht ein Musterbeispiel, aber alles klappte und ich konnte an den Felsen soaren.
Ein Pilot beim Soaring vor der Kulisse von Santos
Der Wind war wunderbar laminar, sehr einfach zu fliegen. Allerdings wimmelte es an diesem Sonntag nur so an Piloten. Also musste man die Vorrangsregeln sehr streng einhalten, was mir auch mehr als einmal von den anderen Piloten eingeblaeut wurde. Der erste Flug war gleich wunderbar. Ich soarte fast eine Stunden an den Felsen und flog zu den Hochhaesern. Dort prallt der laminare Wind vom Mehr an die Fasade und wird nach oben gedrueckt. So entsteht ein wunderbar gleichmaessiger Aufwind, in dem man perfekt soaren kann. Also wahrlich ein sehr cooles Erlebnis.
Ein Pilot beim Soaring vor der Kulisse von Santos
Bei meinen Fluegen lernte ich Andre kennen, ein Flugschueler aus Campinas. Dieser sprach hervorragend Englisch und bot an, mich mit nach Sao Paulo mitzunehmen, was ich gerne annahm. So wurde ich nach 3 wunderbaren Fluegen bequem zurueck nach Sao Paulo gebracht. Bon Voo!
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