Paraty
Der erste Wochenendausflug ging nach Paraty, einen Strand im Bundesstaat Rio de Janeiro, ungefaehr 4 Stunden von Sao Paulo entfernt. Ich hatte versucht, ein Auto voll Leute zu organisieren, allerdings sind Terminvereinbarungen mit Brasilianern nicht immer einfach. Daher waren wir schlussendlich zu dritt. David, der ebenfalls ein Praktikum bei IAESTE (allerdings in Sao Jose dos Campos) absolvierte, begleitete mich und Alex.
Wir starteten um 6 Uhr morgens mit einem Mietwagen unweit von unserer Unterkunft in Barra Funda. Auf dem Weg holten wir David ab. Dann ging es Richtung Paraty. Wir waren begeistert von der huegeligen Landschaft der Hochebene, durch die wir fuhren.
Bei der Hinfahrt (Alex, David Niebuhr und ich)
Am Pedra da Macala
Den ersten Stopp legten wir am Pedra da Macala ein. Etwas vor Paraty zweigten wir in eine ziemlich holprige Nebenstrasse ein, die meine Bergfahrkuenste eindeutig herausforderte. Der Pedra, was Fels bedeutet, stellte sich als gut besuchtes Touristenziel heraus. Am Gipfel ist ein, wenn auch genemigungspflichtiger, Startplatz fuer Paragleiter. Und auf den hatte ich es abgesehen. Es ging also hinauf die fast schon Autobahnmaessig ausgebaute Strasse, ca 2 km und 300 hm zum Gipfel.
Oben angekommen musste ich feststellen, dass Paraty noch im Nebel lag, ich also nicht hinunterfliegen konnte. Aber die Aussicht war dennoch die Muehe eindeutig wert.
Die mystische Aussicht in richtung Paraty
Zwei TIROLEZ
Zwei Esel 😛
Also schleppte ich meinen Paragleiter wieder runter. Am Rueckweg kamen wir an einem Schild “Cervejaria Wolkenburg” (Bierbrauerei) vorbei, das Alex bereits beim hinfahren aufgefallen war. Also bogen wir ab und folgten der ziemlich steilen Strasse 2km durch die Pampa zu einem kleinen Ausschank. Dort braut ein deutscher Aussteiger Bier und versucht sich im Backen von Brezeln (Bier brauen kann er besser ;).
Ich beim Geniessen von deutschem Bier mit einem Deutschen
Dann fuhren wir weiter nach Paraty, wo es leider noch etwas nebelig war. Paraty war zu Zeiten des Goldabbaus in Minas Gerais ein wichtiger Hafen und gelangte so zu Reichtum. Als von Rio eine neue Strasse yu den Minen gebaut wurde, verlor der Ort an Bedeutung. Heute hat er sich als Touristenattraktion ettabliert. Wir besuchten ein hervoragendes, orientalisches Restaurant und uebernachteten in einem Hostel.
Die historische Altstadt von Paraty
Am naechsten Tag wollten wir ein Boot mieten und die Insellandschaft von Paraty erkunden. Der Hostelbesitzer vermittelte uns einen Freund, der uns begleitete. Da es anfangs noch bewoelkt war, hatten wir eine, nur mit dem Boot erreichbare Halbinsel als Ziel ausgewaehlt, wo wir den “Pao de Acucar Mamangua” (Zuckerhut von Mamangua) besteigen wollten.
Dieser Berg erwies sich als Gluecksgriff. Erst ging es ca. 400 hm durch den Jungel nach oben auf einen Kamm. Der Jungel war eindrucksvoll. Natuerlich schwang ich mich Tarzanlike an Lianen. Dann ging es auf den Gipfel. Es fuehlte sich an, als wuerde man auf das Dach der Welt steigen, eine Riesige, perfekt runde Kuppel. Der Fels war rau, aber perfekt rund geformt. Wirklich ein Erlebnis. Und auch Touristen waren kaum anzutreffen.
Nach dem Abstieg kam dann die Sonne heraus. Wir fuhren mit dem Boot zurueck nach Paraty und legten noch ein paar Zwischenstopps zum Schwimmen ein. Dann ging es wieder nach Hause.
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